Hausmittel bei Magen-Darm-Infekt

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Durch Schmierinfektionen übertragene Durchfallerkrankungen und Erbrechen kennen leider alle Eltern!

Meist gehen solche Infekte in Kindergarten und Schule reihum. Daher halte ich es für klug schon kleine Kinder an sorgfältige Handhygiene zu gewöhnen. Ich bin keine Anhängerin übertriebener Hygiene, im Gegenteil, der Kontakt zu Sand, Matsch und Staub schaden deinem Kind nicht. Doch leider werden Viren  häufig von Mensch zu Mensch übertragen, fäkal-orale Übertragung ist hier das Stichwort.

Die Ansteckungskette kannst du (zumindest zu Hause) mithilfe verstärkter Hygienemaßnahmen unterbrechen. Türklinken, Toilette und Badezimmer solltest du mit Essig oder Hygienereiniger  wischen. So kann die Weitergabe in der Familie unterbrochen werden! Denn: Die Wäscheberge und schlaflosen Nächte will niemand in Serie haben!  

Ob Viren oder Bakterien die Übeltäter sind lässt sich meist nicht feststellen. Die Ursache ist auch nebensächlich, denn meist heilen diese banalen Infektionen von selber aus. Leidet dein Kind aber unter starken Bauchkrämpfen, hohem Fieber und blutigem Stuhl solltest du aber jedenfalls eure Ärztin konsultieren.

Erste Hilfe

Es gibt ein paar Dinge die du beachten kannst wenn Durchfall und Erbrechen euch heimsuchen:

Lass dein Kind fasten!

Meist fasten Kinder instinktiv, wenn ihre Verdauung aus dem Lot ist. Eltern fällt es schwer zu sehen, dass die Kinder nicht essen möchten. Doch Kinder spüren instinktiv was sie brauchen. Sie wissen auch wann es Zeit ist wieder zu essen. Und WAS sie dann essen wollen ist richtig. Auch wenn ein Fachbuch etwas anderes vorschlägt. Natürlich ist es ratsam leichte Kost zu wählen um den angegriffenen Magen-Darmtrakt nicht zu überfordern. Doch Kinder stecken Infekte meist locker weg und sind gleich danach wieder bestens bei Appetit.

Trinken ist wichtig!

Bei starkem Erbrechen bleibt wenig Flüssigkeit im kleinen Körper. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann ein Brechdurchfall daher schnell zu einer Austrocknung führen. Ist dein Kind unter 24 Monate alt, berate dich mit deiner Ärztin wie du dein Kind ab besten begleitest.

Größere Kids dürfen dann auch mal leckeren Saft haben. Das macht Lust darauf doch ein paar Schlucke zu nehmen. Vielleicht mit Cocktailschirmchen und Strohhalm serviert? Der in Fruchtsaft enthaltene Zucker kann den geschwächten Kindern wieder zu neuen Kräften verhelfen.

Eine Studie der Carstensen Stiftung hat übrigens eindrucksvoll bewiesen, dass verdünnter Apfelsaft einer Elektrolytlösung sogar überlegen ist. Schau mal HIER. Und Apfelsaft wird sicher lieber getrunken als Fencheltee & Co.

Du kannst auch versuchen kaltes Wasser Teelöffelweise anzubieten. Diese Mini-Schlucke kann der Magen manchmal doch behalten. Auch selbstgemachtes Eis aus Fruchtsäften wird von vielen Kindern sehr geschätzt!

Achte immer auf Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels: Wenn dein Kind nur noch einen schwachen Saugreflex hat, apathisches Verhalten zeigt, die Fontanelle einsinkt oder weniger als drei nasse Windeln pro Tag hat, konsultiere eure Ärztin. Eventuell braucht es Unterstützung durch Flüssigkeitszufuhr um wieder zu Kräften zu kommen.

DIY-Rezept: Morosuppe – Karottensuppe

Seit über hundert Jahren ist die Wirkung einer lange gekochten Karottensuppe bei Durchfall bekannt. Ein Arzt namens Ernst Moro hat sie in Deutschland bekannt gemacht hat, ihre Wirkung hat viele Generation von Mamas überzeugt und ist heute auch wissenschaftlich belegt.

Meiner Erfahrung nach werden Hausmittel von großen Kindern besser akzeptiert wenn man ihnen gut erklärt warum wir tun, was wir tun. Den Kleinen reicht meist die erhöhte Aufmerksamkeit und die Zuwendung um wieder rasch gesund zu werden, doch deinem wissbegierigen, älteren Kind kannst du auch folgendes erklären:

Große Kinder wollen wissen: WARUM?

Erreger die zu Durchfall führen, wandern mit der Nahrung in den Darm. Dort versuchen sie, an der Darmwand an Rezeptoren anzudocken. Gelingt ihnen das, vermehren sie sich und schütten Gifte  aus, die das Gewebe angreifen. Sind sie erfolgreich, entsteht eine Durchfallerkrankung.

Beim langen kochen der Karotten entstehen mittellange Zuckerketten, so genannte Oligosaccharide, diese ähneln den Rezeptoren im menschlichen Darm. Die Krankheitserreger docken also statt an den Darmwänden an den Oligosacchariden an und werden mit ihnen ausgeschieden. Die Gifte werden aus dem Körper befördert und der Durchfall klingt schneller ab.

Morosuppe – so geht’s Step-by-Step:

  • In circa 1 Liter Wasser ein halbes Kilo Karotten mit Salz aufkochen und etwa eine Stunde lang köcheln lassen.
  • Die gekochten Karotten pürieren und den Brei wieder mit Wasser aufgießen,
  • gegebenenfalls nachsalzen, Fertig.

Die Suppe kannst du oder dein Kind, sofort bei Beginn eines Durchfalls immer  wieder Löffelweise essen. Durch das regelmäßige essen der Suppe wird dem Körper über den Tag verteilt sowohl Flüssigkeit als auch Salz zugeführt. Eine perfekte Unterstützung  für den geschwächten Körper.

Kinder mögen Hausmittel-Tipp: Wenn Kinder krank werden erleben sie die körperlichen Vorgänge manchmal als große Unsicherheit. Wenn du für dein Kind da bist, ihm zur Seite stehst und erklärst was im Körper passiert, vermittelst du ihm Sicherheit. Eine liebevoll zubereitete Suppe ist dann nicht nur Heilmittel, sondern auch Ausdruck deiner Fürsorge und Zuwendung.

Was sonst noch hilft:

Optimistische Gedanken

Gute Gedanken konnen euch dabei unterstützen, rascher wieder zu Kräften zu kommen. Auch wenn man sich im Moment einfach nur elend fühlt: Erinnert euch daran: der Körper ist sehr klug. Er erkennt Eindringlinge die uns nichts Gutes wollen. Verdorbene Speisen oder Viren werden dann ganz schnell wieder ausgeschieden. Der Körper reinigt sich. Erzähle deinem Kind von der starken Selbstheilungskraft und Intelligenz des Körpers. Das gibt Vertrauen und lässt das große Elend leichter aushalten.

Wärme lindert

Oft leiden Kinder während einer Darmerkrankung unter krampfartigen Schmerzen. Wärme wirkt hier lindernd. Ob ein Fußbad, ein warmer Bauchwickel oder eine Ölmassage mit Fenchel-Anis-Kümmel-Auszugsöl – ihr könnt einfach ausprobieren was angenehm ist und hilft.

 

PS: Weil sich die Mär von Cola und Salzstangen noch immer hält: Entstanden ist diese „Behandlungsmethode“ weil Koffein und zuckerhaltige Getränke geschwächte Kinder schnell wieder munter machen. Und die Salzstangen machen durstig! Das hilft uns, wenn wir unserem Kind Flüssigkeit „aufschwatzen“ wollen. Könnte man also notfalls mal versuchen. 😉

Beitragsbilder: www.pixabay.com / https://muettermagazin.com/

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