O Holder, o Holler

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So eine tolle, gesunde, magische und vielseitige Pflanze – da fallen mir Loblieder ein!

Besonders gern haben wir den erfrischend spritzigen Geschmack von Holundersaft, daher habe ich mich heuer erstmals daran gewagt selber aus Holunderblüten, Zitronen, Zucker und Wasser leckeren Sirup herzustellen! Bisher hab ich diese Aufgabe meiner lieben Mama überlassen, aber Stück für Stück ‚erobere‘ ich ihre Rezepte!

Vor jeder Hollerstaude zieh‘ deinen Hut

Der Holler ist nicht nur lecker, er ist seit  jeher als heilkräftige und teilweise magisch wirksame Pflanze beschrieben worden. Kranke sollten ihre Wäsche am Holler trocknen um schlechte Energien loszuwerden, auch Fieber kann er der Legende nach nehmen und mancherorts hat man das Badewasser von Kranken zu Füßen der Hollerstaude ausgeschüttet um eine Besserung des Gesundheitszustandes herbei zu führen.

Solcherlei Legenden haben zwar heute kaum mehr praktische Relevanz, aber ich liebe diese Geschichten da sie ein eindeutiger Beleg dafür sind, dass die Heilkraft einer Pflanze, die heute auch wissenschaftlich nachvollzogen werden kann, schon vor hunderten von Jahren beobachtet wurde.

Hollertee – zur Dampfinhalation, für Fußbäder & Co

Ich trockne immer auch ein paar saubere, lausfreie (!)  Dolden um dann in der Erkältungszeit Tee zur Inhalation oder auch für Teilbäder zur Verfügung zu haben. Die meisten kennen ja schon meinen Liebling, das ansteigende Fußbad. Auch diesem kannst du einen Absud aus Hollerblüten zusetzten.

Man kann bei Erkältungen und Infekten den Hollertee auch trinken – besonders lecker schmeckt er aber leider nicht. Durch die enthaltenen Glycoside wirkt er schweißtreibend, gerne wird er daher als Teemischung mit Lindenblüten angeboten – ihre Wirkung ergänzt sich.

So geht’s: Hollerblüten trocknen

Um Holler für Tee und Aufguss zur Verfügung zu haben, solltest du ihn nach der Ernte sanft trocknen. Lege ich ihn dafür auf Baumwolltücher und lasse ihn einige Tage bei Zimmertemperatur trocknen. So bleiben seine Wirkstoffe erhalten. Zu hohe Temperaturen, etwa im Backofen oder am warmen Dachboden, sorgen leider für ein vorschnelles ‚verduften‘ seiner wertvollen Öle und Wirkstoffe.

Wo wächst ein Hollerstrauch?

Hollerstauden sind nicht schwer zu finden, sie wachsen an vielen Weges- und Waldesrändern und manchmal in „ungeliebten“ Ecken eines Gartens – die Gartenbesitzer geben meist auch gerne einige Blüten ab! Auch in Parks und an Bachufern finden sich die meterhohen Sträucher. Für den Saft habe ich circa 20 saubere Hollerblüten von einer Staude gepflückt die weit entfernt von der nächsten Straße und ebenso weit entfernt vom nächsten gedüngten Feld wächst – wenn schon selbstgemacht, dann so natürlich wie möglich ;–)

Zurück zu meinem Saftexperiment: Das Rezept

Du brauchst:

20 Hollerblüten

4 Liter Wasser

1,5 kg Zucker

3-6 Zitronen und Orangen, nach Geschmack

50 g Zitronensäure

Eine saubere Schüssel und Rührlöffel sowie saubere Flaschen zur Aufbewahrung.

So geht’s Schritt für Schritt:

Die 20 Blütendolden lege ich in circa 4 Liter Wasser ein. So werden der Geschmack und die Inhaltsstoffe kalt ausgezogen. (Das Prinzip ist das das Gleiche wie bei der Herstellung  von kalten Auszugsölen, schau dazu mal HIER). Dazu gebe ich etwas Zitronensaft, geschnittene, saubere Bio-Zitronen und Orangen.

Diese Mischung aus Wasser, Blüten und Zitronen darf für 2 Tage in einer sauberen, verschlossenen Schüssel ruhen. Danach wird circa 1,5 Kilo Zucker zugesetzt, und nachdem der Zucker sorgefältig eingerührt und aufgelöst  wurde, kommt abschließend circa 50g Zitronensäure dazu. Sie macht den Sirup länger haltbar. Abschließend werden die Blüten sorgfältig abgeseiht und der Saft kann in saubere Flaschen abgefüllt werden!

TIPP:

Möchtest du deinen Sirup länger -vielleicht sogar bis zum Winter- aufbewahren, kannst du etwas mehr Zucker und Zitronensäure einrühren. Da wir den Holundersaft gleich als sommerlichen Durstlöscher –am liebsten spritzig mit Mineralwasser – genießen, versuche ich Zucker und Zitronensäure sparsam zu verwenden. Aber Vorsicht! Immer mit dem Risiko, dass er vorzeitig ungenießbar wird.

 

 

 

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