Rituale, Zeit & Zuwendung helfen beim Gesundwerden

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Hast du auch schon beobachtet, dass dein Kind, wenn es kränkelt und sich unwohl fühlt, besonders anhänglich, weinerlich und unzufrieden ist? Bestimmt.

Auch wir Erwachsenen suchen Trost, wenn es uns schlecht geht. Jemand der uns Zuspruch gibt und uns festhält. Im körperlichen oder emotionalen Sinn.

Hausmittel und Liebe

Ich werde immer wieder gefragt: Was kann ich tun, um mein Kind bei Erkältungen zu unterstützen? Wie geht der Husten schneller weg? Wie können wir die ständigen Bauchweh-Situationen beenden? Mein Kind zahnt und leidet, was kann ich tun?

Dafür, oder besser, dagegen, gibt es in der überlieferten Heilkunde, der Volks- oder Erfahrungsmedizin, viele Ideen aus der Kräuter- und Pflanzenheilkunde bzw. Hausmittel aus der Küche, der Vorratskammer, die wunderbar begleiten können. Doch diese alleine sind es nicht, die gesund machen.

Anwendungen sind Zuwendung

Mit jeder Zubereitung und Anwendung von Hausmitteln geben wir auch etwas anderes, das mindestens ebenso wichtig ist: wir schenken dem Leiden, und damit dem Leidenden, Aufmerksamkeit.

Dabei ist die Ursache für das „Aua“ erstmal Nebensache. Denn das Wichtigste, Geschenk für unsere Kinder ist jene Zeit, Liebe und Aufmerksamkeit, die wir geben wenn wir Tee, Fußbad oder Wickel zubereiten und anwenden.

Auf das Mindset kommt es an

Positive Worte und unsere Haltung sind ebenfalls super wichtig, wenn wir unsere Kleinen bei Krankheiten unterstützen möchten. Egal ob es sich um einen Schnupfen handelt oder dein Kind gestürzt ist, und eine Schramme abbekommen hat. Das sorgenvolle Gesicht der Mama, ängstliche Worte am Krankenbett. „Oje, jetzt erbricht sie/er schon wieder, was wird das wohl werden?“ geflüstert zu deinem Partner, aber vom Kind mitgehört… lösen Ängste und Unsicherheit aus. Und wenn wir Angst haben, fühlt sich alles gleich viel schlimmer an.

Daher versuch deinem Kind gegenüber ruhig zu bleiben. Erinnere dich daran, dass der kleine Körper stark und gesund ist.

 

Zeit ist manchmal die beste Medizin

Nimm dir Zeit für dein geschwächtes Kind, auch wenn Emails im Posteingang warten oder die Waschmaschine ausgeräumt werden möchte. Manchmal bringt schon eine ausgiebige Kuscheleinheit, eine Fußmassage und eine Vorlesestunde eine positive Veränderung.

Übrigens zeigen auch Forschungsergebnisse neuerer medizinischer Fachrichtungen wie der Psychoneuroimmunologie dass die mechanistische, „maschinelle“ Vorstellung von uns Menschen nicht mehr zeitgemäß ist. Wir können nicht einfach die kranken Anteile „reparieren“. Zum Gesundwerden und sich gesund fühlen braucht es mehr. Heilung auf allen Ebenen. Die strikte Trennung von Körper und Psyche ist nicht wahr. Fürsorge, Zuwendung und geschenkte Liebe beeinflussen das Immunsystem und tragen wesentlich dazu bei, sich wieder besser zu fühlen.

Ein Schnupfen und der lästige Husten werden dann auch viel besser ausgehalten. Wenn man weiß, dass da jemand ist, der sich kümmert, sich um Besserung bemüht und beisteht. Der mich stundenlang im Tragetuch trägt und meine schlechte Laune erträgt.

Ebenso verhält es sich mit wiederkehrenden Ritualen

Die sind für uns Erwachsene schön und vermitteln Sicherheit. Aber besonders den Kindern geben sie die Gewissheit, dass alles in Ordnung ist, auch wenn gerade die Welt ein bisschen aus den Fugen ist. So könnt ihr beginnen als Familie eigene Traditionen und Rituale zu begründen. Jemand fühlt sich frostig und hat das Gefühl eine Erkältung zieht heran? Ein Fußbad ist in unserer Familie dann fixer Bestandteil um die ersten Symptome zu lindern und sich Zeit zu nehmen. Wir sitzen dann am Rand der Badewannen und plaudern. Wir Erwachsenen hören gut zu. Was bewegt mein Kind heute?

Rasche, einfache Hausmittel wählen

Ein ansteigendes Fußbad dauert übrigens nur 10 Minuten. Die kann ich mir immer nehmen, auch wenn Hausarbeit, das Büro oder Nachrichten am Handy rufen. Ich finde es übrigens besonders wichtig, die Hausmittel auszuwählen, die dir leicht von der Hand gehen, die euch sympathisch sind. Für komplizierte Zutatenlisten und Wickel-Experimente fehlen wahrscheinlich dir und deinem Kind die Nerven. Wähle einfache, schnelle Rezepte aus, die du schon kennst und die dir leicht fallen, so bleibt euch Zeit für die wichtigen Dinge. Kuscheln, Halten, ein gemeinsames Spiel…

  • Eine abendliche Fußmassage mit Lavendelöl, zum entspannen und Berührung schenken. Da schläft man gleich viel besser ein.
  • Danach vielleicht gleich noch Zwiebelsocken auf die warmen Füße weil die Schnupfennase das Einschlafen erschwert?
  • Oder ein schnell aufgehängtes Zwiebelsackerl um die Erkältungssymptome zu mildern und schleim zu verflüssigen.

So weiß dein Kind: Mama, Papa und ich, wir tun etwas, mir wird geholfen. Das hat mir in der Vergangenheit schon gut getan, ich kenne die Handgriffe der Mama. Beim letzten Schnupfen war das auch so angenehm… Bald wird alles wieder gut.

Du legst einen Grundstein im Leben deines Kindes, und für euch als Familie.

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